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feronien
erste Schritte


„Mein König, mein König – es ist wieder geschehen.“
Atemlos rannte Barius, der Feldheer in den Thronsaal: „Wieder haben uns die Schergen des dunklen Herrschers angegriffen und die gesamte Vorräte vernichtet, die wir gebraucht hätten. Alles, was wir aus den anderen Ländern aufgekauft haben, ist weg.“
„Und unsere Vorräte sind völlig aufgebraucht. Mein König, wir sind verloren.“ brachte Arion ein.
„Das weiß der dunkle Herrscher wahrscheinlich auch – mein König, seine Schergen gaben mir diesen Brief.“ Barius reichte König Lirian das Pergament.
Dieser las ihn und dann schaute er seine Ratgeber an: „Er fordert unsere Kapitulation. Wir sollen seine Vasallen werden.“
„Das können wir nicht zulassen.“ antwortete Barius. „Wir dürfen uns nicht ebenfalls runterkriegen lassen. Wir müssen kämpfen.“
„Womit denn?“ entgegnete Arion, „Wir sind nur ein kleines Land. Selbst wenn unsere Vorratskammern voll wären, würden wir einen Krieg nur wenige Tage durchhalten.“
„Die Alternative wäre ein Leben unter dem dunklen Herrscher als Knechte.“ reagierte Barius.
„Also bleibt uns nur die Wahl zwischen einem Krieg, der uns in den Untergang führt, oder einem Leben als Sklaven -“ rekapitulierte Lirian, „eine Wahl zwischen Pest und Cholera.“
Lirian erhob sich von seinem Thron und wanderte ziellos durch den Saal. „Was soll ich nur tun?“ murmelte er, während Barius und Arion wieder und wieder den Brief durchlasen.

*****

Den restlichen Tag blieb der König in einer grübelnden Stimmung, die sich auf den gesamten Hofstaat übertrug. Die Angst und Ratlosigkeit war förmlich mit Händen zu greifen.

Am frühen Abend begab sich Lirian auf einen Balkon in der Nähe des Thronsaals und blickte auf sein Reich herab.
Sollte das alles wirklich verloren sein?
Während er weiter über die Zukunft seines Reiches grübelte, hörte er auf einmal ein ungewöhnliches Rauschen.
Als er aufsah, konnte er einen Schatten erkennen, der rasch näher kam.
Noch bevor er seine Wachen rufen konnte, landete ein Wesen, groß und stark mit hellgrauer Haut und langen, schwarzen Haaren. Er hatte Klauen statt Händen, trug um seinen starken Oberkörper einen Brustpanzer aus schwarzem Metall und von seinem Rücken gingen zwei riesige Flügel aus. Um seinen Hals hatte er, soweit Lirian es erkennen konnte, eine einfache Silberkette. Sein Kopf war barhäuptig und die Haare fielen offen herab.
„Wer seid Ihr?“ erschrak Lirian.
„Ich bin ein Freund, mein König.“
„Verschwinde, du Monster.“
„Wollt ihr nicht erst mein Angebot hören?“ reagierte der Gargoyle.
„Was für ein Angebot?“ war Lirian verwundert.
„Seht, mein König – wollte ich Euch töten, so wärt Ihr schon tot. Aber das will ich gar nicht – ich will Euch helfen. Wir wissen von dem dunklen Herrscher.“
„Was wisst Ihr?“
„Wer er ist, woher er kommt – und dass er Euch und Euer Reich bedroht.“
„Und woher habt Ihr Eure Informationen?“
„Wir unterhalten viele Verbindungen, mein König. Doch es wird kalt – wollen wir nicht reingehen?“
Obwohl Lirian noch sehr skeptisch war, stimmte er dem Vorschlag zu.

*****

Nur wenige Minuten später saßen Lirian und seine beiden Berater mit dem Gargoyle im Thronsaal.
„Nun – bevor wir anfangen, würdet Ihr Euch bitte vorstellen?“ begann Lirian.
„Das ist nicht ganz so einfach, mein König. Für uns Gargoyles, denn als solchen habt Ihr mich sicher schon erkannt, sind Namen etwas Einzigartiges. Nur beste Freunde und Lebensgefährten erfahren ihn. Aber: Ich will Euch soweit entgegenkommen, wie es geht. Ich bin der Anführer einer Gruppe von Gargoyles hier in den Bergen. Wir leben schon seit langem dort. Ihr kennt uns nicht, da Euer Vater uns aus seinem Reich verbannte.“
„Und dennoch seid Ihr hier.“ wandte Arion ein.
„Ja. Als euer Vater uns damals verbannte, geschah es aus Angst. Deswegen entschied ich, dass wir ins Verborgene gehen sollten. Wir wollten uns ihm nicht widersetzen, aber unsere Aufgabe ist es, dieses Land und seine Bewohner zu beschützen. Und deswegen bin ich nun hier.“
„Was wisst ihr von dem dunklen Herrscher?“ fragte Lirian.
„Er ist ein Magier – ein Zauberer mit Namen Dumar. Er hat schon vor vielen Jahren die Lehren und Weisungen der Meister missachtet und begonnen, seine Macht zu steigern. Er wollte sein eigenes Land erobern und scharte zu diesem Zweck mehrere dunkle Kreaturen und Gesetzlose um sich. Er kontrolliert sie mit eiserner Faust und seinen magischen Fähigkeiten. Es heißt sogar, er hätte einige Vampire in seinen Reihen.“
„Wie kann man ihn besiegen?“ fragte Barius.
„Wie jeden Feind.“ antwortete der Gargoyle. „Seine Armee mag stark sein, aber sie ist nicht unbesiegbar. Auch er hat eine Schwachstelle und die werden wir finden.“
„Ihr habt schöne Worte – doch was könnt ihr uns bieten?“ erkundigte sich Lirian.
„Mich selbst – und zwanzig weitere Gargoyles.“
„Nur zwanzig? Vergesst es, mein König, selbst mit Hunderten können wir ihn nicht besiegen.“ wandte Arion ein.
„Ihr vergesst, dass wir keine Menschen sind. Unsere Stärke geht weiter über eure hinaus. Zudem können wir fliegen – und somit problemlos hinter die feindlichen Linien gelangen. Natürlich müsste der Sieg erkämpft werden. Aber wir können es schaffen!“
Der Gargoyle war so überzeugend, dass Lirian fragte:“Barius, wie viele Männer haben wir?“
„Einhundertfünfzig, vielleicht zweihundert, mein König.“
„Wann können sie unter Waffen stehen?“
„In zwei Tagen, mein König.“
„Gut – in drei Tagen könnte ich mit den Meinen hier sein.“ warf der Gargoyle ein. „Mit der Abenddämmerung werden wir kommen.“ Er ging zum Balkon und schwang sich zum Himmel empor.
„Mein König, es ist Wahnsinn.“ warf Arion ein, doch der König ignorierte ihn:
„Schickt die Kunde in das Land: 'Wir brauchen jeden Mann. Jeden, der zu kämpfen weiß und Waffen halten kann – eilt, bald ist die Chance vertan!'“ befahl er.
„Ja, mein König.“ antwortete Barius. „In drei Tagen ziehen wir in den Krieg.“

*****

Zu Beginn des dritten Tages war der Burghof voller Menschen. Hunderte waren gekommen und warteten nun auf den Abend und die Ankunft der Hilfe, von der ihr König gesprochen hatte.
Dieser stand mit seinem Berater auf seinen Balkon und schaute auf seine Armee herab.
„Wie viele sind es?“ fragte er.
„Knapp dreihundert, mein König.“ antwortete Arion.
„So viele? Ihr hattet von weitaus weniger gesprochen.“ verwunderte sich der König.
„Ja, mein König. Aber als wir die Männer riefen, standen die Frauen auf und sagten: 'Es ist auch unser Land und wenn unsere Männer sterben, was bleibt uns zum Leben?' Sie kamen mit.“
„Sind sie bewaffnet?“ fragte Lirian.
„Mein König, es sind Bauern.“
„Dann bewaffne sie - alle.“

*****

Als die Nacht herein brach, kamen sie – die Gargoyles. Bei ihrer Ankunft war der Himmel verdunkelt wie in finsterer Nacht. Die Krieger des Königs erschraken, doch die Zuversicht und Ruhe ihres Königs beruhigte sie wieder.
Der Gargoyle, der auch das letzte Mal zum König gekommen war, landete direkt neben ihm.
„Nun, mein König. Es scheinen weit mehr als die versprochenen zweihundert zu sein.“
„Ja, das sind sie.“ antwortete Lirian voller Stolz. „Auch unsere Frauen werden mit uns in den Krieg ziehen.“
„Ist das was Besonderes für euch?“ reagierte der Gargoyle verwirrt.
Nun war der König verwirrt: „Natürlich. Normalerweise ist das Kriegsgeschäft die Aufgabe der Männer.“„Bei uns nicht – bei uns kämpften Frauen und Männer schon immer Seite an Seite.“
„Nun ja – heute Nacht kämpfen nicht nur Frauen und Männer, sondern auch Gargoyles und Menschen zusammen. Welch großer Moment – wie lange mag eine solche Schlacht her sein?“
„Viel zu lange, mein König. Aber vielleicht kommt jetzt eine Zeit, in der unsere Völker sich wieder vereinen.“
„Ja – und diese Schlacht wird der Anfang sein.“
Als der Gargoyle sich umdrehen wollte, stoppte ihn Lirian: „Wartet kurz! Ich respektiere Euren Wunsch, Euren Namen nicht zu nennen. Aber wie sollen wir Euch nennen, wenn wir Euch rufen?“
Der Gargoyle drehte sich zum ihm um und sagte: „Wie die Meinen - sie nennen mich: 'Menschenfreund'“

*****

Nach knapp einer Stunde der Vorbereitung brachen die beiden vereinten Truppen auf und bis Mitternacht hatten sie die Grenze des Königreichs erreicht. während dieser Zeit hatten sich verschiedene Gargoyles und Menschen länger unterhalten und begannen, die ersten zarten Bande der Freundschaft zu knüpfen.
Der König und Barius hatten sich mit dem Gargoyle, den sie nun "Menschenfreund" nannten, zusammengetan und neben den militärischen auch die ersten persönlichen Informationen ausgetauscht.

Als sie die Grenze überschreiten wollten, kamen ihnen mehrere Männer in blutroter Rüstung entgegen : "Halt - dies ist das Reich des dunklen Herrschers. Niemand, der dieses Reich betritt, wird es lebend wieder verlassen."
Doch noch bevor die Furcht die Herzen der Menschen erfassen konnte, griffen die Gargoyles an.
Sie schwangen sich in die Lüfte und stürzten sich wie Adler auf die Wachen.
Die Drohung war noch nicht in den Ohren der Armee verhallt, da war diese erste Schlacht schon geschlagen.
Und die Armee drang in das Reich des dunklen Herrschers ein.

*****

Nach zwei weiteren Stunden kamen sie in die Nähe des feindlichen Schlosses.
Hoch auf dem Berge konnte man es sehen - doch sie wurden schon erwartet.

Auf dem Feld vor der Burg stand ein komplettes Heer unter Waffen, die neben einer normalen Bewaffnung auch fünf Steinkatapulte hatten.
Und diese Katapulte feuerten.

Die Armee des Königs war auf einen solchen Angriff nicht vorbereitet. Die Katapultsteine trafen mehrere Menschen und Gargoyles und Arion drängte den König, zum Rückzug zu rufen.
Doch Lirian befahl den Vormarsch.

Die Gargoyles hatten sich mittlerweile um die Steine versammelt und versuchten, sie anzuheben. Es brauchte fünf Gargoyoles, um einen Stein in die Lüfte zu heben, aber sie schafften es.
Mit den Steinen flogen sie zu den Katapulten und ließen die Steine auf sie herab fallen.
So konnten sie schon in Kürze drei der fünf Katapulte so demolieren, dass sie nicht mehr betriebsbereit waren.

In der Zwischenzeit waren die Truppen des Königs schon soweit vorgerückt, dass es schon zum Kampf Mann gegen Mann kam.
Auch da konnten sich die Gargoyles hervortun, weil die Armee des dunklen Herrschers auf solche Feinde nicht vorbereitet war.

*****

Doch die Zeit blieb nicht stehen und es war schon kurz vor dem Morgengrauen, als der "Menschenfreund" zum König kam und sprach: "Mein König - am Tage sind wir ungeschützt und wehrlos. Lasst uns in den nahen Wald zurückziehen und bewacht uns, wenn wir schlafen."
Lirian erkannte die Dringlichkeit des Vorschlags und so zog sich das Heer zurück.

*****

Am folgenden Tag griffen die Krieger des dunklen Herrschers mehrmals an, aber jedes Mal konnten die Menschen sie zurückschlagen.
Die Gargoyles hatten sich in der Mitte des provisorischen Lagers versammelt und waren zu Stein geworden, sobald der Morgen graute.
Auch der König und seine Leute versuchten, etwas Schlaf zu finden, was ihnen nur schlecht gelang.
Die Körper der Gefallenen wurden beerdigt und ihre Namen aufgeschrieben, um ihre Angehörigen und Kinder informieren zu können.

*****

Als es Nacht wurde, erwachten die Gargoyles wieder.
Lirian, Barius und der „Menschenfreund“ kamen zusammen und planten den Angriff für diese Nacht. Es waren nur noch zweihundert der Menschen und fünfzehn der Gargoyles kampfbereit, die anderen waren schwer verletzt oder waren ums Leben gekommen.
Auch Arion hatte die Schlacht nicht überlebt – als ein Gargoyle von hinten angegriffen wurde, hatte er sich dazwischen gestellt und war erschlagen worden.

In dieser Nacht gelangten sie bis zu den Toren der Burg. Doch in der Burg erwartete sie eine Überraschung: drei Wesen mit Flügeln, groß und bleich, standen im Burghof. Als die Armee durch das Tor brach, griffen sie an.
Es waren Vampire – jung und stark. Sie richteten ein Blutbad unter den Soldaten an, und schafften es, sie beinahe wieder aus der Burg zu drängen.

Da griff der Gargoyle einen der Vampire an. Doch er unterlag. Er wurde zu Boden geschleudert und der Vampir wollte seine Zähne in seinen Hals rammen. Doch Barius hatte den Kampf beobachtet und nun rannte er zu dem Gargoyle. Er zog sein Schwert und rammte es dem Vampir von hinten mit aller Kraft durch die Brust.
Die beiden anderen Vampire sahen den Tod ihres Gefährten und griffen Barius und den Gargoyle an.
Doch die Soldaten hatten wieder Mut gefasst und mit vereinten Kräften schafften sie es, die beiden zu Boden zu ringen und zu erschlagen.

Nun drangen sie in die Burg ein und suchten den dunklen Herrscher.

*****

Sie fanden ihm in einem Saal, der prächtiger war als Lirians Thronsaal. Auf den Seiten standen mannshohe Statuen von Kriegern, die allesamt mit riesigen Schwertern bewaffnet waren. Am Ende des Saales stand ein großer Thron und auf ihm saß eine Gestalt, ganz in schwarz gehüllt.
Und diese Gestalt sprach: „Willkommen in meinen Hallen. Kommt ihr nun selbst, König, um euch mir zu unterwerfen?“
Während der Herrscher sprach, bewegte er seine Hand und die Toren des Saales schlossen sich hinter dem Gargoyle, dem König, Barius und drei weiteren Soldaten.
„Niemals werde ich mich unterwerfen.“ antwortete Lirian.
„Warum denn nicht?“ sprach Dumar mit schmeichelnder Stimme. „Merken Sie nicht, welchen Segen ich für Sie bringen würde. Ich habe mehrere Vampir-Clans getötet und sie so daran gehindert, ihr Volk zu zerstören.“
„Das habe ich wohl bemerkt. Die Vampire sind uns eben entgegengetreten.“ antwortete der Gargoyle.
„Ja – drei habe ich überleben lassen. Wenn man sie richtig kontrolliert, können sie gute Werkzeuge werden.“
„Sie haben sie zu Sklaven abgerichtet.“
„Manche sind nun einmal zum Sklavendienst geboren.“ reagierte Dumar.
„So wie wir?“ rief Barius dazwischen.
Dumar drehte sich in seine Richtung und meinte: „Ja – natürlich. Sie sind Menschen. Genau wie die Vampire sind sie bessere Diener als Herrscher. Die Herrscher sind Männer wie ich.“
„Ihre Herrschaft ist vorbei.“ unterbrach ihn der Gargoyle.
„Oh nein, dass ist sie nicht.“

Dumar erhob sich von seinem Thron und schleuderte Feuer auf die Männer. Lirian und Barius wurden getroffen und prallten gegen die Wände, doch der Gargoyle hatte sich rechtzeitig mit seinen Schwingen in die Luft erhoben.
„Ich bin der dunkle Herrscher – und wirst dich entweder unterwerfen oder sterben.“ schrie Dumar in den glimmenden und rauchenden Thronsaal hinein.
„Niemals werde ich einem Tyrannen folgen.“ rief der Gargoyle und stürzte sich auf Dumar hinab. Er schlug ihn zu Boden und griff zu einer der Kriegerstatuen. Das Schwert, dass diese Statue hielt, war so schwer, dass es zwei Männer tragen mussten, doch er entriss es der Statue mit einer Hand. Er holte aus und versuchte, Dumar zu erschlagen. Doch Dumar hatte bei seinem Thron ein eigenes Schwert versteckt gehabt und verteidigte sich nun mit diesem.

Es war ein gespenstischer Kampf in der qualmenden Dunkelheit. Immer mehr wurde Dumar zurückgedrängt. Die harten Schläge, die der Gargoyle ausführte, konnte er immer schlechter blocken.
Als er gegen eine Wand des Saales stieß, vernachlässigte er für einen Moment seine Deckung und der Gargoyle schlug ihm den Schwertarm ab.
Da rief er: „Gnade – ihr seid ein großer Krieger. Ihr habt gesiegt und nun laßt mich euch dienen. Ich wäre euer persönlicher Zauberer und würde euch jeden Wunsch von den Augen ablesen.“
Da erschlug der Gargoyle ihn.

*****

„Warum habt ihr dies getan?“ fragte Lirian, der schon länger sein Bewusstsein wiedererlangt hatte und einen Großteil des Kampfes beobachtet hatte. „Er war doch besiegt.“
„Nein – er war nur geschlagen. Hätte er überlebt, dann hätte er sein Leben lang versucht, seine alte Macht wieder zu erlangen. Niemand in seiner Gegenwart wäre je seines Lebens sicher gewesen. Deswegen habe ich ihn getötet.“ reagierte der Gargoyle, während er auf den enthaupteten Leichnam hinab sah.
„Ja, das wäre möglich gewesen. Vielleicht ist es besser so.“ Lirian wandte sich ab und ging zu den Toren des Thronsaals. „Die Schlacht ist nun vorbei. Wir können wieder zurück.“
„Ja, mein König. Nun herrscht wieder Frieden.“
„Und nur dank euch. Ich kann euch niemals danken.“ meinte der König.
„Das müsst Ihr nicht. Wir haben getan, was unsere Pflicht ist.“ antwortete der Gargoyle.
„Trotzdem – bitte kommt in wenigen Tagen an meinen Hof, so will ich Euch und Euren Leuten auf meine Art danken.“

*****

Wenige Tage später kam der Gargoyle wieder in den Thronsaal. Lirian und Barius hatten ihn erwartet und begrüßten ihn freudig.
„Es tut gut, Euch wieder zu sehen, 'Menschenfreund'.“ begrüßte ihn Barius.
„Meine Herren“ sprach der Gargoyle. „Bitte schenken Sie mir Ihre Aufmerksamkeit.“
Er ging auf den König zu, reichte ihm die Hand und sprach: „Ich bin Hudson.“
Der König schlug ein und antwortete „Ich bin Lirian.“
Dann ging Hudson zu Barius und wiederholte seine Aussage. Auch er nahm das Angebot an.

Da sprach der König: „Nun, wir haben ein Bitte an Euch und Euer Volk. Kommt bitte übermorgen alle in die Burg. Wir haben die Vorräte des dunklen Herrschers an die Opfer verteilt, doch vieles blieb übrig. Und so wollen wir morgen mit Euch den Sieg feiern. Wir haben zusammen gekämpft, so wollen wir auch zusammen feiern.“
„Ich freue mich schon darauf.“ antwortete Hudson.

*****

Und so kam es auch. Gargoyles und Menschen feierten die ganze Nacht hindurch und zum ersten Mal nach vielen Jahrhunderten gab es wieder Freundschaften zwischen Menschen und Gargoyles.


ENDE


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