Disclaimer: Die Marke 'Star Trek', die Fiktion und sämtliche Begriffe, Figuren, Charaktere, etc daraus gehören Paramount Pictures. Diese Fanfictions dienen der Unterhaltung und sind ohne jedes finanzielle Interesse geschrieben und veröffentlicht worden. Verantwortung und Copyright für den Inhalt der Geschichte verbleiben bei mir, dem Autor. Eine Verletzung von Urheberrechten ist nicht beabsichtigt.

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All you can Tribble


„Computerlogbuch des Captains, Sternzeit 50197.3: Wir haben gerade Deep Space Nine verlassen. Dort konnte die Crew einige Tage ausspannen. Leider war die Sternenflotte nicht bereit, die Schäden an unserem Schiff zu reparieren. Laut Chief O'Brien gibt es zu viele andere Schiffe mit schlimmeren Schäden als unseren. Ob das so seine Richtigkeit hat? Ich will dem Chief nichts Böses, aber das ist nicht das erste Mal, dass ein ziviler Frachter wie wir einfach hinten auf der Reparaturliste versauert. Aber sei es drum: Wir sind auf dem Weg nach Betazed und sollen dort bajoranischen Frühlingswein und andere Spezialitäten ausliefern. Danach geht es weiter nach Risa. Ich überlege ernsthaft, dort nochmal für längere Zeit einen Landurlaub zuzulassen, auch wenn Sanik daran kein Interesse haben wird.“

Wanja, eine junge Risanerin, kam strahlend auf die Brücke. „Du bist aber gut gelaunt“, meinte John Drave, der Captain der Romeo. „Hast du die Reiseroute gecheckt und gesehen, dass wir bald auf Risa landen?“
„Wieso sollte ich so was machen?“, wunderte sich Wanja. „Nein, kurz vor dem Abflug habe ich es geschafft, etwas von Quark zu bekommen.“
„Von Quark? Dann war es bestimmt zu teuer“, scherzte John.
„Eigentlich nicht. Ich bekam es geschenkt.“
„Ein Geschenk? Von Quark?“
„Ja, ich war auch überrascht“, meinte Wanja leicht verlegen. „Aber er meinte, das wäre ein hübsches Tier für eine hübsche Frau und er würde es mir gerne schenken. Also habe ich es mitgenommen. Und es ist wirklich niedlich.“
„Ich weiß ja nicht. Mir kommt das komisch vor.“ erwiderte John. Einerseits freute er sich für Wanja, andererseits war er auch schon lange Captain eines Frachtschiffes: An einem Geschenk von einem Ferengi musste etwas faul sein, auch wenn dies natürlich ein Vorurteil war.

Doch Vorurteil oder nicht, Wanja hatte so, ohne es zu wissen, einen Tribble auf das Schiff gebracht. Und der Tribble tat natürlich das, was er am besten konnte: fressen und Junge kriegen. Schon nach zwei Tagen war das gesamte Schiff voller Tribbles. Sie waren im Maschinenraum, auf der Brücke, in den Quartieren und in der Kombüse. Die Crew der Romeo wusste sich nicht zu helfen, denn sie hatten noch nie von Tribbles gehört. Für sie waren die Wesen unverständlich, überall und vor allem nervig. Selbst Sanik, der als Vulkanier normalerweise keine Emotionen zeigte, wirkte sichtbar gestresst, als die Tiere in Scharen jeden Bereich des Schiffes eroberten.

Doch es war auch Sanik, der die zündende Idee hatte: Ihm fiel auf, dass die Tiere einen und auch nur genau diesen einen Ort im Schiff mieden: einen Kälteraum, der normalerweise für verderbliche Waren genutzt wurde. Die Crew entschied sich, die Lebenserhaltung zu reduzieren. Es wurde bitterkalt in der Romeo, alle im Schiff froren: aber die Tiere vermehrten sich nicht mehr und hörten sogar mit dem Fressen der Fracht auf. Doch durch die Kälte war der bajoranische Frühlingswein gefroren und viele der Flaschen hielten den Druck nicht aus: Sie zerplatzten.
John war natürlich klar, dass dies keine dauerhafte Lösung sein konnte. Verzweifelt überlegte er, wohin er die Tiere bringen könne: Betazed und Risa hatten jeweils ein zu warmes Klima, außerdem war ein Großteil der Lieferung eh schon von den Tribbles gefressen worden.
Sanik hatte schon vorgeschlagen, die Tiere in den Weltraum zu beamen, da dies in seinen Augen die effizientere Lösung wäre, als nun Tage und Wochen einen geeigneten Planeten zu suchen. Wanja hatte natürlich sofort dagegen protestiert. Doch sie konnte sie keinen anderen Vorschlag machen. Letztlich entschied sich John als Captain dazu, die Sternenflotte zu kontaktieren. Er nahm Kontakt zu der USS London auf, deren Captain ihm noch einen Gefallen schuldete. Captain Dervlok selbst hatte natürlich keine Zeit für dieses Problem, aber sie ließ zu, dass ihr Wissenschaftsoffizier sich um die Anfrage kümmern konnte. So erfuhren John und seine Crew endlich, dass sie sich Tribbles eingefangen hatten, die eigentlich als ausgestorben galten. Der Wissenschaftsoffizier wies darauf hin, dass auch die Sternenflotte noch keine wirkliche Lösung hatte. Allerdings hatte er eine Idee und wollte sich in drei Tagen nochmal melden.

Das tat der Wissenschaftsoffizier der USS London auch. Und er brachte eine rudimentäre Lösung mit.
„Fliegen sie die Tribbles nach Delta Vega.“
„Delta Vega?“, fragte John.
„Ja, Delta Vega – ich meine damit den Eisplanet im 40-Eridani-System in der Nähe von Vulkan, falls ihre Datenbank im Schiff zwei Treffer ausgibt. Auf Delta Vega leben zwar einige Raubtiere auf dem Planeten, aber eine bessere Lösung haben wir schlicht nicht.“
„Aber dann werden sie doch gefressen!“ mischte sich Wanja in das Gespräch ein.
„Das ist mir scheißegal.“ erwiderte John. „Ich will mein Schiff wiederhaben. Wenn wir sie da aussetzen, haben sie zumindest eine Chance. Das ist besser als sie ins All zu beamen.“

Die Romeo nahm also Kurs auf Delta Vega. Die nicht reparierten Schäden und die Menge an Tribbles sorgten dafür, dass der Flug für die gesamte Besatzung extrem unangenehm wurde. Doch als sie Delta Vega erreichten und die Tribbles endlich von Bord beamen konnten, entspannte sich die Lage an Bord wieder. Gerade als Sanik die letzten Tribbles zusammensuchte, meldete sich Deep Space Nine bei ihnen.
„Captain Drave, ist alles in Ordnung bei Ihnen?“
„Quark! Wie kommt es, dass Sie sich melden? Hat jemand von der Crew seinen Deckel nicht bezahlt?“ erwiderte John den Ruf.
„Nein, nein. Darauf achte ich schon, dass keiner die Station verlässt ohne zu Bezahlen. Aber ich frage mich, ob Sie vielleicht Schwierigkeiten an Bord haben …“
In dem Moment verstand John, was passiert war und er explodierte förmlich: „Quark! Sie mieser kleiner Gauner! Sie wussten, was der Tribble, den Sie Wanja geschenkt haben, unserem Schiff antun würde! Sie haben unsere Sicherheit gefährdet und unsere Fracht vernichtet!“
Quark benahm sich wie die Unschuld persönlich: „'Tribble?' Davon habe ich noch nie gehört. Dies war wirklich nur ein Höflichkeitsanruf. Ich hatte gehofft, Sie bald wieder im Quark's zu begrüßen. Aber da Sie mich nun wüst und grundlos beschimpfen, muss ich wohl hoffen, dass sie der Station erstmal fernbleiben.“
„Ja, das sollten Sie auch hoffen! Denn das Thema ist für mich noch nicht vorbei, Quark. Ich werde …“
Quark unterbrach die Verbindung. John brach seinen Satz ab und schwor, sich an Quark beim nächsten Besuch zu rächen.

Wanja, Sanik und John saßen auf der Brücke der Romeo. Die Tribbles waren weg, ein Großteil der Fracht aber leider auch. Wanja fühlte sich schuldig, auch wenn John und Sanik ihr beide erklärten, dass sie, als sie den Tribble angenommen hatte, nicht wissen konnte, was passieren würde.
„Und, welchen Kurs sollen wir nehmen?“, fragte John die beiden. „Nach Betazed müssen wir nicht mehr und wir sind nun in der Nähe Vulkans.“
Sanik schlug vor: „Es mag nicht sehr logisch sein, aber ich würde es begrüßen, wenn wir nach Vulkan weiterfliegen. Ich bin sicher, meine Familie lässt uns ein paar Tage bei sich wohnen. Und es ist wahrscheinlich, dass wir auf Vulkan neue Fracht aufnehmen können.“
„Und dann gehts weiter nach Risa?“ fragte Wanja.
„Wenn die Fracht dahin muss, dann ja.“ erwiderte John mit einem Lächeln. „Egal, wohin es geht: Ich hoffe nur, dass wir erstmal keinen exotischen Tieren mehr begegnen.“
Sogar Sanik schmunzelte.


ENDE


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